Ausgewählte Interviews
Susanna Langmann
Susanna Langmann war noch ein Kleinkind, als sie 1941 in das Ghetto von Balta ziehen musste. Auf engstem Raum lebte sie mit ihrer Familie und bessarabischen Flüchtlingen im Haus der Großmutter. Nur durch den Mut des Vaters war es möglich, dass dort ungefähr fünfzig Personen den Holocaust überlebten.
Leon Henry Schwarzbaum
Leon Henry Schwarzbaum, geboren 1921 in Hamburg und aufgewachsen im polnischen Będzin, überlebte das KZ Auschwitz-Birkenau, Zwangsarbeit in Bobrek, das KZ Sachsenhausen und zwei Todesmärsche. Nur eine weitere Angehörige überlebte. Er wurde auf dem Todesmarsch im Belower Wald von amerikanischen Soldaten befreit.
Rudolf Amariglio
»Menschenleer« war Thessaloniki nach der Deportation der Juden. Der in Freiberg geborene Rudolf A. war als Sohn einer deutschen Christin, der mit der Familie in der griechischen Heimat des jüdischen Vaters lebte, von der Verfolgung nicht betroffen – wohl aber seine nächste Verwandtschaft.
Shlomo Salomon Zehngut
Durch seine Eltern erfuhr Shlomo Zehngut schon sehr früh in seinem Leben, wie wichtig Bildung und die Fähigkeit zur Anpassung an schwierige Situationen waren. In der Zeit der Verfolgung, die von ständiger, harter Arbeit geprägt war, halfen ihm seine Sprachkenntnisse und der Mut zur Flucht nach vorn.
Naftali Arjan
Als Naftali Arjan nach dem Krieg in seine polnische Heimat zurückkehrte, suchte er vergeblich nach Überlebenden seiner Familie: Fast alle waren ermordet worden. Er selbst hatte sechs deutsche Konzentrationslager und den Todesmarsch nach Groß-Rosen im Januar 1945 überlebt.
Peter Havaš
Dank vieler Zufälle und großem Glück überlebte der neunjährige Peter Havaš die Zeit im Männerlager des KZ Ravensbrück und fand nach seiner Befreiung seine Mutter wieder. Wegen der engen Verbundenheit zur Landschaft beschloss er, an seinen Heimatort in den Bergen zurückzukehren.